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...ich hatte meine Seele an Satan verkauft

Es war im Frühjahr 2000. An einem kleinen Bahnhof im Vogtland verteilt in junger Mann Flyer für junge Leute. Also Traktate, die deutlich auf Jesus Christus hinweisen. Oliver, 19 Jahre, ist auch mit einigen Freunden am Bahnhof. Ihn interessiert besonders der Flyer über Drogen, und während seine Freunde wenig lnteresse zeigen, ist dies der Anfang einer abenteuerlichen Geschichte. Eine Geschichte, wie Jesus Christus das Leben eines jungen Menschen verändert. Wir fragten Oliver, wie alles passierte ...

Wie entstand dein Interesse an Gott?

Nun, ich bin zunächst eigentlich ganz normal aufgewachsen. Meine Heimat ist das Vogtland in Sachsen, und in Treuen besuchte ich die Schule. So mit 15 Jahren änderte sich mein Leben. Bis dahin war ich ruhig und zurückhaltend, aber nun wollte ich Beachtung erleben. Ich kam in eine Clique, die sich in einer alten Fabrik traf, wo kräftig Alkohol konsumiert wurde. Irgendwann kam dann der erste Joint, der mich total umwarf. Immer öfter rauchten wir Haschisch. In der Schule ging es bergab und ich wäre fast von der Schule geflogen. Der tödliche Unfall eines Freundes schlug bei mir wie eine Bombe ein. Ich fragte nach Gott. aber zunächst wurde fast jeden Tag Haschisch geraucht. Dieser Dealer praktizierte auch okkulte Dinge. Es wurde alles nur noch schlimmer. Mein ganzes Leben war kaputt, und auch bei der Polizei war ich gut bekannt. Als ich ganz unten war, habe ich mich einmal im Badezimmer eingeschlossen, mich hingekniet und habe zu Gott geschrieen.

 

Richtig weiter ging es dann ja mit einem Flyer. Oder?

Ja, das war im Frühjahr 2000. Ich war mal wieder mit meiner Clique am Bahnhof, als ein junger Mann uns Flyer gab. Meine Freunde interessierten sich nicht so dafür, aber als ich sah, dass dieser Flyer etwas über Drogen sagte, habe ich alles durchgelesen. Ich wollte nun mehr wissen und schrieb an die Adresse, die auf dem Flyer war. Bald bekam ich die gewünschten Bücher von der ”CJ” (Anm. d. Red.: Christliche Jugendpflege) in Basdahl. Besonders das Buch über Franz Huber hatte mir gefallen. Im April 2000 schrieb dann einen langen Brief an die ”CJ”. Mein erster Brief reiner Verzweiflungsbrief wesen. Ich hoffte, dass mir Gott und irgendjemand helfen kann. Ich schrieb in dem Brief dass mein Leben sonst total scheitern würde: Meine Beziehungen, meine Ausbildung – eben einfach alles.

 

Und wie ging es dann weiter?

Ich bekam sofort Antwort auf meinen Brief und weitere Bücher. So entstand ein lockerer Briefkontakt zu diesem Dieter Z. Ich habe dann eine Zeitlang nicht mehr geschrieben, aber ich war erstaunt, dass immer wieder Briefe kamen, und auch Sachen wie z.B. der Kalender ”Ich hab’s”. Das kannte ich nicht, dass jemand mich wirklich ernst nimmt und Interesse an meinen Problemen hat. Und auch als meine Eltern diese Kontakte abblocken wollen, weil sie den Verdacht haben, dass da eine ”Jugendsekte” dahinter stecken könnte, gibt man nicht auf, und telefoniert mit meiner Mutter. Warum kämpft da jemand um mich? Obwohl ich dann lange nicht geantwortet hatte? Das habe ich mich oft gefragt!

 

Was brachte die Sache dann richtig ins Rollen?

Ja, das war, als mich Dieter Z. einfach mal anrief. Das war sehr komisch, mit jemanden zu reden, den man gar nicht kennt, aber der schon einiges weiß. Ich wurde gefragt, ob ich nicht mal Lust hätte, mit nach Spanien zu fahren. Dort wäre einiges in einem Freizeithaus zu regeln und zu reparieren. Hm, reden wollte ich eigentlich schon mal direkt mit jemand. Aber etwas mulmig war mir doch dabei. Aber ich sagte ”ja”! Erst heute weiß ich, warum dann zunächst mal alles schief gehen wollte. Zweimal musste die Fahrt verschoben werden. Einmal hatte ich Berufsschulunterricht und beim zweiten Mal gab mir meine Firma keinen Urlaub. Und als es dann im April losgehen sollte, gab es wieder Probleme mit dem Urlaub, und fünf Tage vor der Abreise bekam ich eine leichte Lungenentzündung. Heute weiß ich, dass es da noch jemand gab, der alles verhindern wollte. Aber irgendwie ging die Lungenentzündung schnell vorbei ...

 

Wann bist du dann nach Spanien gefahren?

Es war am Karfreitag, am 13. April 2001, als mich dieser Dieter Z. in Treuen abholte. Ich frage mich, wer ist Dieter Ziegeler? Wie sieht er aus? Will er mich überhaupt noch mitnehmen? In der Nacht vor der Abreise hatte ich einen seltsamen Traum, dass nachdem er mich gesehen hat, mich gar nicht mehr mitnehmen will. Toll, dass es ganz anders kommt, und nach einer Tasse Kaffee verabschieden wir uns von meinen Eltern, und die Fahrt geht los.

Nun ging alles sehr schnell, und wir erzählten, wer wir sind, und ich konnte meine ganze Drogenvergangenheit berichten.

Zwischendurch fragte ich mich immer wieder, warum irgendwelche Leute das für mich machen. Gibt es da irgendeinen Haken? Ich wusste damals noch nicht, dass richtige Christen ganz anders handeln, als ich es bisher von an- deren Freunden gewohnt war.

 

Und dann bist du Christ geworden. Ging das nicht ziemlich schnell?

Warum denn nicht? An Gott habe ich nie gezweifelt. Aber ich kannte ihn nicht. Und mir ist dann klar geworden, dass ich ganz persönlich Jesus Christus brauche. Eine Beziehung zu ihm. Einen neuen Lebenssinn und die Kraft, von dem Drogenzeug wegzukommen. Als wir am zweiten Tag in Spanien ankamen, hatte ich gemerkt, dass ich konkret und persönlich ein Leben mit Jesus anfangen muss. Gedrängt hat mich Dieter nicht. Ich sollte sagen, wenn ich diesen Schritt tun wollte. Und nach dem Abendessen habe ich das dann gesagt. Wir haben gebetet, und es war ein unbeschreibliches Gefühl, den ganzen Schrott loszuwerden. Jesus nahm mir den ganzen Schuldenberg ab.

 

Und dann war alles klar?

Ja, aber schon einige Stunden später gab es Probleme. Ich konnte nicht mehr konzentriert lesen, und das Beten fiel mir schwer. Und immer stärker hörte ich diese Stimme, die sagte: „Du gehörst mir! Du kannst nicht so einfach weg!“

Wir redeten darüber, und erst als Dieter mich fragte, ob es da mal etwas Okkultes geben habe, fiel mir ein, dass ich unter Drogeneinfluss vor einigen Jahren meine Seele an Satan verkauft hatte. Da war also eine besondere Sache zu regeln. Nun kam eine ziemlich entsetzliche Situation, als wir beten wollten. Ich konnte einfach nicht mehr beten.

Und dann war es so, dass mich jemand festhielt. Ich bekam richtige Panik. Und in meiner Verzweiflung schrie ich dann doch zu Jesus Christus, dass er helfen sollte. Und ich sagte auch immer wieder: ”Ich will dir nicht mehr gehören”, ”Lass mich los!” Das passierte dann. Jesu Christus war stärker. Seit dem ist die Macht Satans überwunden.

 

Und wie steht es mit den Drogen?

Einige Wochen, nachdem ich zu Hause war, habe ich keine Drogen mehr genommen. Aber es war eben doch sehr schwierig, durchzuhalten. Meine alten Freunde waren noch da, und da gab es immer wieder Ausrutscher. Aber ich wollte irgendwie noch meine Ausbildung beenden und darum blieb ich zunächst in Treuen.

ch wollte mich auch recht bald taufen lassen. Pfingsten war es dann endlich soweit, und ich bin froh, dass ich mit der Taufe zeigen konnte, dass ich ganz Jesus Christus gehöre. Es war ein schönes Erlebnis.

Jetzt lebst du seit Juli 2001 fast 700 km von Treuen entfernt. Warum?

Ich merkte, dass ich es so einfach nicht schaffen würde. Und darum bin ich am 13. Juli nach Basdahl umgezogen, wo ich bei einer Familie wohne. Seitdem lerne ich ein anderes Leben kennen. Die Action - Freizeit auf dem Eulenberg war meine erste Freizeit. Ich werde sie nie vergessen. Eine so tolle Zeit, und das alles ohne Drogen und Alkohol. Dann war ich noch auf einer Männerfreizeit in Holland und in Spanien, und gerade liegt eine Freizeit über Silvester hinter mir. Ich habe inzwischen eine ganze Reihe von jungen Christen kennen gelernt. Ich gehöre zur Gemeinde und bin gerne hier. Mit den Drogen ist es seit dem 13. Juli tatsächlich Schluss. Und dann habe ich auch noch das Rauchen von heute auf morgen aufgegeben.

 

Wie soll es nun langfristig weitergehen?

Ich habe eine befristete Beschäftigung, aber richtig soll es im August 2002 losgehen, denn ich will noch meine mittIere Reife nachholen. Mir wurde das geraten, nachdem man mich gründlich getestet hatte. Ich bin so dankbar, dass die ärztliche Untersuchung ergeben hat, dass keine körperlichen Folgen von den Drogen erkennbar sind. Dafür kann ich nur Gott danken. Überhaupt, denn ich weiß nicht, wie es sonst weitergegangen wäre.

Ich bete für meine alten Freunde, dass sie auch merken, dass Jesus für sie gestorben ist.

Oliver Fischer und Dieter Ziegeler

Ich hatte meine Seele an Satan verkauft

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