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Ich heiße Giosué und bin 36 Jahre alt. Das ist mein Bekehrungszeugnis.

Ich bin in einer gläubigen Familie geboren und aufgewachsen. Schon als Kind ging ich gerne in den Kindergottesdienst und wuchs im Glauben mit Jesus. In den Sommerferien 1996 bekehrte ich mich zu JESUS CHRISTUS in Sizilien, bei meinen Verwandten.

Im gleichen Sommer starb mein Vater an einem Herzinfarkt, während wir noch im Urlaub waren. Ich war damals 15 Jahre alt und meine Brüder Dario und Giuseppe waren  erst 11 und 8 Jahre alt. Das lies mich viel über Gott nachdenken und wieso er so etwas zulassen konnte. Doch Gott hat uns mit Hilfe unserer großen Familie und der Gemeinde, die Kraft gegeben wieder weiter zu machen.

Im folgendem Schuljahr entschied ich, nach meinem Hauptschulabschluss, anstatt mit der Schule weiterzumachen, mir einen Ausbildungsplatz zu suchen. Ich dachte mir: "Schließlich bin ich der älteste Sohn und muss meiner Mutter und meinen Brüdern helfen ". Obwohl ich diese Entscheidung selbst getroffen hatte und nicht dafür gebetet hatte, segnete der Herr mich mit einem Ausbildungsplatz als Industriemechaniker in einem großen Traditions-Unternehmen.

Der Herr zeigte mir seinen Segen nicht nur mit meinem Ausbildungsplatz in dieser Firma, sondern auch später, in dem Er meinen beiden Brüder im gleichen Unternehmen die Möglichkeit gab eine Ausbildung zu machen. Er hatte einen genauen Plan für jeden von uns, doch ich nahm alles für selbstverständlich.

Ich war 16 als ich mit der Ausbildung anfing und damit fingen auch die Probleme an. Mit dem  Beginn meiner Ausbildung bekam ich es erst richtig mit dieser Welt zu tun und vor allem mit all ihren Reizen, Vergnügungen, Sünden und so weiter. Ich war auf so etwas nicht vorbereitet, da ich bis dahin in einer wohlbehüteten Familie aufgewachsen war.

Durch den großen Druck, das ich durch die Berufsausbildung bekam und der großen Verantwortung was ich auch von Zuhause hatte, lies ich zu, dass mein Blick sich relativ schnell von Gott abwandte. Da ich schon seit mehreren Jahren im Fußballverein aktiv wahr, versuchte ich dort einen inneren Frieden und Ausgleich von Allem zu finden, anstatt auf Gott zu schauen und auf Ihm zu vertrauen. 

Ich ging weiterhin noch in die Gemeinde und es gefiel mir mich mit den Jugendlichen aus meiner Gemeinde zur Jugendstunde zu treffen und hinterher den Abend gemeinsam zu verbringen. Doch ich fing auch an mich auf anderen Sachen einzulassen, wie zum Beispiel: dem Rauchen, Trinken, Frauen und Nicht- Gläubige. Ich versuchte zwei unterschiedliche Leben zu führen doch in Matthäus 6,24 steht:

Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!

Der Teufel nutzte diese Schwäche in mir sofort aus. Zu dem Zeitpunkt gab es zwischen den Jugendlichen viele Pärchen und Verlobte. Mit den meisten wuchs ich schon von Kindesbeinen zusammen auf, daher hatten wir eine, wie ich es immer nenne, Bruder & Schwester Beziehung miteinander.

Doch es passierte das ich von jemanden so enttäuscht wurde, weil bestimmte Beziehungen damals wichtiger waren als einander da zu sein, dass ich menschliches Versagen als Vorwand nahm um nicht mehr in den Gottesdienst zu gehen und es für mich Grund genug war mich von der Gemeinde und der damaligen Jugendgruppe zu trennen. Das Schlimme war, dass ich es genau wusste was die Bibel sagt:  "Es ist gut, auf den HERRN zu vertrauen und sich nicht auf Menschen zu verlassen. Psalm 118,8 "

Von da an lies ich mich auf alles ein was der Teufel mir zeigte und er wusste ganz genau was meinen Blick von Gott ablenkte. Ich fing an mich komplett auf Fußball einzulassen und mit nicht gläubigen Freunden und Freundinnen mein Leben zu leben.

Der Praktische Teil meiner Ausbildung lief  einigermaßen gut, doch der schulische Teil, das weiß nur Gott wie er mich da durch gebracht hat, da ich von 3 1/2 Jahren Ausbildung 2 Jahre zugekifft im Unterricht saß und im Gedanken bei der nächsten Party oder Fußballtraining war.

Mit 18 zog ich dann von Zuhause aus und fing ein  komplett  ungläubiges Leben an. Das heißt alles: wie, wo, wann und mit wem ich tat alles wozu ich gerade Lust hatte. Hier ist ein kleiner Einblick in meinem damaligen Wochenablauf:

Montags: Arbeit, Fußball Mädchenmannschaft trainieren, mit Kumpels abhängen

Dienstag: Arbeit, Fußballtraining, mit Mannschaftskameraden abhängen

Mittwoch: Arbeit, Einkaufen, Sachen erledigen, verschiedene Termine, Trinken gehen, usw.

Donnerstag: Arbeit, Fußball Mädchenmannschaft trainieren, Partys, Trinken gehen

Freitag: Arbeit, Fußballtraining, Abends All you can drink Partys, Frauen, Drogen usw.

Samstags: Punktspiel Mädchen, Abends All you can drink Partys, Frauen Drogen usw.

Sonntags: Punktspiel 1.Mannschaft, mit Freunden essen gehen oder ähnliches

Doch bei allem was ich tat war immer diese kleine Stimme in meinem Kopf, das mir sagte: "Gott sieht alles und du weißt, das es falsch ist". Das war das Bisschen was noch vom Heiligen Geist in mir übrig war und mich vor noch viel schlimmerer Dinge bewahrt hat. Aber ich unterdrückte diese Stimme und versuchte aus eigener Kraft mein Leben zu leben.

Meine Mutter versuchte mich immer wieder zu überreden in die Gemeinde zu kommen, es gab aber auch 3 spezielle gläubige Jugendliche die zu mir noch Kontakt hatten. Eine davon war meine damals beste Freundin und heutige Frau. Sie alle drei erinnerten mich immer wieder noch daran das Gott mich nicht aufgegeben hat und immer noch liebt. Doch ich blieb rebellisch und stur in meinem Herzen.

Ich war bereits 19 Jahre alt und ich hatte bis dahin alles was ich mir erwünscht hatte z.B. einen festen Arbeitsplatz mit gutem Gehalt, eine eigene Wohnung, ein eigenes Auto und sehr viele Freunde und Freundinnen. Ich lebte mein Leben in vollen Zügen und nahm alles mit was die Welt so zu bieten hatte.

Doch tief in mir machte mich das alles nicht glücklich, im Gegenteil, in mir war nach dieser Zeit des rebellischen Lebens eine große Leere und ein schlechtes Gewissen. Ich verstand, dass war eigentlich nicht dass, was ich für mich wollte.

Im Jahr 2000 verbrachte ich meine Sommerferien mit einigen Partyfreunde auf Sizilien. Unerwartet besuchten mich meine 3 speziellen Freunde, die zum gleichen Zeitpunkt auch Urlaub machten. Durch Sie sprach Gott zwei Tage lang zu meinem Herzen. Vor allem durch meine beste Freundin, die natürlich alles von mir wusste was ich bis dahin aus meinem Leben gemacht hatte. Sie war die Einzige, die wirklich alles von Anfang an von mir erfuhr und vor allem wusste sie genau wie es mit meinen Gefühlen aussah. Ich dachte, während meinem restlichen Urlaub viel über meinem Leben nach und wie es eigentlich so weit kommen konnte, mich von dem was mich glücklich machte und mit dem ich eigentlich aufgewachsen war, zu entfernen.

Zurück in Deutschland beschloss ich wieder den Gottesdienst zu besuchen. Es war eine große Überwindung zurück in die Gemeinde zu gehen, weil ich mich nach all dieser Zeit innerlich sehr schämte einfach aufzutauchen. 

Doch ich weiß noch ganz genau, es war ein Mittwoch in der Bibelstunde, ich hatte nämlich  kein Fußballtraining, wir lasen in Lukas 15, 11-32 das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Ich kannte die Geschichte sehr gut doch diesmal dachte ich: wir lesen gerade die Geschichte meines Lebens.

Der verlorene Sohn steht für Menschen, die sich gegen einem Leben mit Gott entscheiden und ein Leben in der Welt und in Sünde führen, so wie ich es entschieden hatte.

Zunächst lebt der verlorene Sohn in saus und braus. Das steht für Menschen, die ihr Leben in vollen Zügen leben und alles mitnehmen was die Welt so zu bieten hat. Eventuell machen sie viel Party, leben sexuell freizügig, nehmen Drogen und begehen allerlei Sünden.

Die gewaltige Hungersnot, die plötzlich auftritt ist ein Bild dafür, dass ein solches Leben einen Menschen nicht dauerhaft befriedigen und glücklich machen kann. Der verlorene Sohn fällt besonders tief, so dass er sich von den Schotten der Schweine ernähren muss. Das übermäßige Leben hat solche Menschen nach und nach vollkommen ausgezehrt und ins tiefste Unglück geführt.

Dort am Boden liegend denkt der verlorene Sohn an seinen Vater zurück und daran wie gut es ihm bei seinem Vater ergangen war. Er beschließt zu seinem Vater zurückzukehren. Als er zu ihm zurück kommt, hält dieser schon nach ihm Ausschau.

Diese eindrucksvolle Wendung beschreibt, wie Menschen, die in Ihrer Not tief gefallen sind, wieder nach Gott ihrem Schöpfer fragen. Gott hält nach jedem Menschen Ausschau. Gott möchte, dass alle Menschen ein glückliches Leben mit ihm zusammen führen.

Als der verlorene Sohn vor seinem Vater tritt, bekennt er ihm alle seine Sünden. Der Vater vergibt ihm und veranstaltet ein großes Fest, um die Rückkehr seines Sohnes zu feiern.

Während wir im Gebet waren konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und fing an zu weinen. Ich öffnete Gott mein Herz und bat Ihm um Vergebung und, dass Er wieder Teil meines Lebens wird.

Alle Menschen, egal wie weit entfernd sie von Gott gelebt haben und wie viele Sünden sie auch gegen ihn begangen haben, werden ihnen, wenn sie vor Gott treten und um Vergebung bitten, alle Sünden vergeben. Diese Form der Rückkehr ist möglich gemacht worden, durch  Jesus Christus Tod am Kreuz von Golgatha. Dort starb Jesus Christus für alle Menschen, die ihre Sünden bekennen und an ihn als ihren Erlöser glauben. Über jeden Sünder, der zur Umkehr kommt freut sich der ganze Himmel.

Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben. (Die Bibel Lukas 15, 7)

Mittlerweile bin ich Ehemann einer wundervollen Frau und Vater eines Jungen und eines Mädchens, die ich über alles liebe und wofür ich Gott dankbar bin. Ich danke auch meiner Frau, die nie aufgehört hat für mich zu beten und trotz all meiner Defekte mich liebt so wie ich bin.

Heute weiß ich, dass ein Leben ohne Gott keinen Sinn ergibt und ich danke Gott, dass Er auch in der Zeit als ich verloren war mich nicht verlassen hat und immer Ausschau nach mir hielt.

Giosué B.

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