Menu
Tablet menu
A+ A A-

Das ist die Geschichte von Rut und Jochen Schöffel. Die Geschichte wie Gott in ihnen gewirkt hat und  wie er etwas, das in den Augen der Menschen nur schlecht sein muss, zu etwas Gutes machen kann!

1. Petrus 5,7 ist unser Trauvers im Ehering. Rückblickend sehen wir wie wichtig
der Vers für uns ist.

Was er genau bedeutet, haben wir erst 5 Jahre später erfahren.

Sophias Geburt, die sehr schwer, dauerte 18 Stunden. Die Nabelschnur hatte sich
2fach um den Hals gewickelt. Danach verlief 3 Jahre lang alles nach Plan, wie man es sich als
stolze Eltern wünscht.

Bald merkten wir, dass sie verzögert Sprechen lernte. Mit 3 sind wir zum
Kinder-und Ohrenarzt, wo die durchgeführten Tests immer positiv ausgefallen waren. Man dachte, das hätte was
mit der Zweisprachigkeit zu tun. Das beruhigte uns eine Zeitlang, aber die Erzieherin im Kindergarten sagte
uns, dass Sophia auf Rufe nicht sofort reagierte.

Wir gingen deshalb in eine Spezial HNO-Klinik für Kinder. Ich (Rut) ging nicht
zu der Untersuchung mit, weil ich schon eine Ahnung hatte und das alles nicht wahrhaben wollte. Es wurden wieder
Tests durchgeführt. Und das Ergebnis!? Mittelgradige Innenohr Schwerhörigkeit (beidseitig). Die ist
operativ nicht änderbar. Die Kapillaren, welche die Schwingungen zum
Trommelfell übertragen, sind Nicht vollständig ausgebildet. Das kann nur mit einem Hörgerät ausgeglichen
werden. Für uns beide ist die Welt zusammengebrochen. Plötzlich hast Du ein behindertes
Kind.

Warum wir? Vorher hatten immer andere ein behindertes Kind, und nicht wir. Du
denkst Du bist der einzige in Ludwigshafen mit einem solchen Kind.

Was geht einem alles durch den Kopf? Hörgeräte… das Ding sieht man sofort.
Sprache ist das A und O in der Kommunikation und wichtig. Du hast Angst vor der
Zukunft für sie. Was wird aus ihr? Wird sie eine Familie haben können? Was für
ein Schulabschluss wird sie machen können? Wie wird sie damit umgehen? Als sie
zum ersten mal das Hörgerät hatte, war sie total begeistert! Raschelte mit allem und war
fasziniert von dieser neuen Welt die sich in ihr erschloss. Früher war sie oft
aggressiv, aber das legte sich. Ich hatte danach immer Schuldgefühle, weil ich
vor den Hörgeräten noch dachte Sie sei stur, dabei hat sie mich wahrscheinlich oft einfach nicht verstanden.

Es kam auch der Punkt, an dem wir Gott die Schuld gegeben haben. Wir hatten das
Gefühl wir tun viel für Ihn in der Gemeinde. Die Sache mit Sophia gab uns das
Gefühl von Gott einen Knüppel zwischen die Beine geworfen zu bekommen.

Unser Trauvers lautet:

1. Petrus 5,6-7

Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, Euch erhöhe zu Rechten Zeit, indem ihr alle Sorgen auf ihn werft!           Denn er ist besorgt für euch. Heute:

Was für uns nicht so ermutigend ist, wenn Außenstehende meinen uns bemitleiden
zu müssen. „Ach das arme Kind“

Kinder können manchmal grausam sein im Umgang miteinander, weil sie bestimmte
Dinge oder Situationen falsch verstehen. Wir würden uns wünschen, das die
Eltern mit ihren Kindern über so was sprechen, ihnen erklären, was es mit
Hörbehinderung etc. Auf sich hat. Wenn jemand die Sophia nicht versteht, dann
kann man sie bitten das Gesagte zu wiederholen. Auch soll man sie nicht
besonders betüddeln o.ä. Wir fänden es super, wenn alle ganz normal mit ihr
umgehen (so wie das in der Gemeinde geschieht).

Wir fänden es noch toll, wenn die Geschwister in der Gemeinde uns drauf ansprechen
würden wenn sie Fragen haben. Vielleicht haben ja andere ein ähnliches Problem.
Wir gehen mit der Thematik offen um.

Heute wissen wir, dass Sophia die Hörgeräte schon viel früher hätte bekommen
können, sie hätte früher gehört, hätte nicht so viele Jahre lang missverstanden
werden müssen. Daher wissen wir, dass frühe Aufklärung wichtig ist.

Fazit:

Schon vor Anbeginn der Zeit wusste Gott, dass wir die Sophia bekommen. Heute
würde ich sagen, er hat schon vor Jahrzehnten die Vorkehrung getroffen, das wir
in Lu wohnen, dass mein Vater aus Sizilien hierher gekommen ist und Jochen und
ich auch hier wohnen. Die Schule in die Sophia geht liegt in Frankenthal. Wir
wissen, dass viele Kinder aus Mainz, Zweibrücken etc. kommen und daher im
Internat übernachten müssen. Wir haben das Glück, dass Sophia zwar jeden morgen
zwar sehr früh aufstehen muss, aber sie jeden Abend zu Hause ist.

Heute können wir sagen, dass wir froh sind so ein Kind zu haben. Ich (Rut)
hatte früher Hemmungen und einen verkrampften Umgang mit Behinderten. Unsere
Tochter hat so überhaupt keine Hemmungen. Sie geht Selbstbewusst auf Leute zu
und hat uns so beigebracht genauso unverkrampft mit Menschen umzugehen, die
Behinderungen haben. Sophia hat unseren Horizont erweitert.

Nach 3,5 Jahren haben wir immer noch keine Antwort warum Gott das zugelassen
hat. Wir werden sie vielleicht auch nie bekommen, aber wir wissen, dass wir in
seinen Händen gut aufgehoben sind. Wir vertrauen darauf, dass das, was der Herr
beginnt ein gutes Ende nimmt. Denn er hat uns versprochen, dass er für uns
sorgt und er sein Wort hält.

Rut und Jochen Schöffel

Style I Style II Style III